"Impulse aufgreifen"
Im Gespräch: Dr. Kerstin Blaschke, Schirmherrin des Weimarer Forums
DFZ: Frau Dr. Blaschke, dreimal haben sich die Zahnärztinnen jetzt zum bundesweiten Kongress getroffen – zum zweiten Mal als ZoRA-Forum in Weimar. Welche Entwicklung hat der Kongress bisher genommen?
» Dr. Kerstin Blaschke: Meinem Gefühl nach hat das ZoRA-Forum inzwischen etwas Selbstverständliches bekommen: Die Auftaktkongresse 2008 und 2009 waren noch so etwas wie ein Findungsprozess, jetzt habe ich das Gefühl, wir sind angekommen. Vom Ablauf her haben wir inzwischen spezielle Themen vor allem zur Betriebswirtschaft in die Workshops ausgelagert, weil die Bedürfnisse hier doch oft weit auseinandergehen. Im Plenum haben wir diesmal fachliche Überblicke geboten, die gut angenommen wurden. Auch die vielen Neuen hatten klare Vorstellungen, warum sie zu diesem Kongress gekommen sind: einige Fachvorträge zu hören, viele Tipps für die Praxis zu bekommen und vor allem sich auszutauschen, zu vernetzen, Hilfe zu bekommen und Hilfe anzubieten.
DFZ: Die Atmosphäre war diesmal besonders familiär. Einige Teilnehmerinnen kannten sich aus dem letzten Jahr; viele hatten auch ihre Familien dabei.
» Dr. Kerstin Blaschke: Mich freut, dass der Kreis sich offenbar ausweitet. Dass neben dem Stamm so viele Neue gekommen sind, zeigt, dass unsere Netzwerkidee sich langsam herumspricht und dass sie angenommen wird. Viele Teilnehmerinnen haben ihre Familie mitgebracht, die Männer haben sich ganz selbstverständlich um die Kinder gekümmert, und im Rahmenprogramm waren wieder alle zusammen. Zwei Zahnärztinnen sind mit ihren Müttern angereist, die beide über 80 Jahre alt sind und sowohl beim Rahmenprogramm als auch beim Rhetorikimpulsvortrag mitgemacht haben. Das finde ich sehr schön, weil auch das unser Motto widerspiegelt: ein generationenübergreifendes Netzwerk zu sein.
DFZ: Von den meisten Teilnehmerinnen habe ich gehört, dass sie den Kongress gut finden, so wie er ist. Was würden Sie persönlich sich fürs nächste Jahr wünschen?
» Dr. Kerstin Blaschke: Vor allem, dass mehr von den ganz jungen Zahnärztinnen teilnehmen, denn die können hier unwahrscheinlich profitieren. Die älteren Zahnärztinnen sind etabliert; die wünschen sich den einen oder anderen fachlichen Impuls und vor allem das Gefühl: Ich bin keine Einzelkämpferin. Aber die Jüngeren, die können hier wirklich wichtige Dinge lernen, um bestimmte Fehler von vornherein zu vermeiden. Viele der Erfahrenen geben gern ihr Wissen weiter. Außerdem möchte ich gern die Meinung der jungen Zahnärztinnen hören und erfahren, was sie sich wünschen. Deshalb wäre es schön, wenn nächstes Jahr auch Studentinnen, die kurz vorm Abschluss stehen, und mehr Berufseinsteigerinnen kämen.
DFZ: ZoRA wird bis zum nächsten Weimar-Forum nicht untätig bleiben. Was haben Sie in den kommenden Monaten vor?
» Dr. Kerstin Blaschke: Was mir am meisten am Herzen liegt, ist das Thema „mentoring“. Dazu wollen wir unsere ZoRA-Internetseite noch stärker zur Kommunikationsplattform ausbauen, auf der sich Teilnehmerinnen über anonymisierte Patientenfälle austauschen können und wo wir Informationen zu Rechtlichem und Fachlichem einstellen. Zurzeit arbeiten wir an Checklisten zu Themen wie „Ich möchte mich selbstständig machen – Worauf muss ich achten?“ oder „Ich bin schwanger – Was gilt es zu bedenken?“. Denkbar ist dann auch, dass Zahnärztinnen ihre Mentoring-Wünsche und -Angebote auf die Seite stellen. Außerdem wollen wir die Impulsreferate der Weimar-Kongresse aufgreifen und fortführen: Im vergangenen Jahr war der Motivationstrainer Boris Grundl auf dem Kongress. Mitte November bieten wir in Potsdam erstmals mit ihm ein zweitägiges Seminar zur Vertiefung an. Mit dem diesjährigen Referenten Peter Brandt sind wir auch schon zu einem Rhetorikseminar im Gespräch.
Die Fragen stellte Marion Meyer-Radtke, freie Journalistin
