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Stimmen aus dem Forum

Susanne Krug (60), Zahnärztin aus Stadtbergen (Bayern)
Für mich gab es zwei Gründe, nach Weimar zu kommen: Zum einen wollte ich gern die Stadt kennenlernen, zum anderen treffe ich mich gern mit anderen Frauen zum Austausch. Ich habe auch gleich zwei Freundinnen mitgebracht. Für mich ist es wichtig, mich mit jüngeren Kolleginnen auszutauschen, denn so allmählich wird es Zeit, über eine Übergabe der Praxis nachzudenken – und das am liebsten an eine Frau. Denn wir Frauen ticken einfach anders. Wir sind weniger rigoros, sehen mehr den Menschen als nur die Zähne. Da zählt die „compliance“. Für Männer sind das meist eher „Kinkerlitzchen“. Und weil das hier so ausstrahlt, fühle ich mich sehr wohl und aufgehoben.

 

Man-tai Sung (60), Zahnärztin aus Bremen
Ich habe schon so viel gemacht in meinem Leben, bevor ich meine Berufung als Zahnärztin gefunden habe. Der Frauenkongress hat mich gereizt, weil ich es mal interessant fand, zu sehen, wie Frauen unter sich sind. Denn ich habe festgestellt, die Kommunikation mit Frauen läuft einfach besser, und hier in Weimar habe ich tolle Frauen kennengelernt und sehr interessante Gespräche geführt. Auch die fachlichen Vorträge sind spannend – vor allem der über die Hypnose hat mir sehr gefallen, da werde ich eine Fortbildung besuchen. Ich bin immer eine Suchende, und hier habe ich viel gefunden.

 

Christiane Wagner (43), Oralchirurgin aus Saarbrücken, mit Tochter Mona (11)
Ich muss gestehen, ich stand dem Frauenkongress ein wenig abwartend gegenüber. Aber jetzt bin ich ganz begeistert. Die Auswahl der Themen ist toll; sie sind mit Kompetenz vorgetragen und wirklich sehr spannend. Vor allem, weil da ja auch ganz viel Zukunftsmusik drin ist. Ich finde das sehr kurzweilig. Wichtig finde ich auch den Blick über den Tellerrand unserer Profession hinaus: Der Vortrag zum Thema Herzerkrankungen bei Frauen beispielsweise war ausgesprochen informativ. Da konnten wir persönlich, aber auch fachlich noch einiges lernen. Und meine Tochter ist hier auch willkommen; das finde ich gut. Da guckt niemand schräg, wenn ein Kind mit im Saal sitzt. Noch besser wäre es, wenn es von vornherein ein Kinderprogramm gäbe. Da wäre man als Mutter dann etwas freier.

Mona: Und ich fand auch einige Vorträge interessant. Ansonsten habe ich ein dickes Buch dabei, und Weimar habe ich mir auch angeguckt.

 

Christa (57) und Catharina (27) Weichert, Zahnärztinnen aus Lahnstein
Christa Weichert: Ich finde die Frauenbetonung sehr gut, denn egal, zu welchem Kongress man sonst kommt, es sind meistens Männer, die etwas zu sagen haben oder etwas vorstellen. Das ist hier anders. Mir ist es wichtig, dass ich Kolleginnen kennenlerne. Die Strukturen können wir nur ändern, wenn wir auch weg von diesem Einzelkämpfertum kommen. Ich finde die Anstöße zu einer anderen Work-life balance wichtig. Endlich wird das mal thematisiert.
Catharina Weichert: Der Zahnarztberuf wird zwar immer weiblicher, aber das ist bei vielen noch nicht angekommen. Frauen haben zwar die besseren Abi-Noten und die besseren Examen an der Uni, aber selbst bei der Promotion rennen sie dann schon gegen die Wand. Ich habe festgestellt, dass sich die Profs da immer noch die Frage stellen: Nehme ich die, oder steigt sie bald aus und bekommt ein Kind? Das ist antiquiert. Uns Frauen fehlt da einfach noch eine Lobby. Hier in Weimar kann man sich mal austauschen. Es ist ein Schritt, um alte Strukturen zu verändern.

 

Anca Petre-Veropol (51), Implantologin aus Frankfurt am Main
Ich bin jetzt zum dritten Mal in Weimar dabei und ich muss sagen: Ein Ziel ist schon erreicht. Gerade diejenigen, die schon mehrmals da waren, kommen sehr viel mehr aus sich heraus, die trauen sich, was zu sagen und zu fragen. Das ist schon viel. Am meisten freut mich, dass das Netz, das hier entsteht, über das Wochenende in Weimar hinausreicht. Einige bleiben auch über das Jahr verbunden, telefonieren, mailen, treffen sich. Ich konnte einer jüngeren Kollegin beispielsweise Rat zur Niederlassung geben – wir hätten uns ohne das Forum nie kennengelernt. Beruflich ist das hier für mich weniger interessant, dafür arbeite ich zu spezialisiert. Was aber zählt, ist das netzwerken. Und wenn nur Zahnärztinnen da sind, dann ist die Atmosphäre gleich eine ganz andere.

 

Daniela Seele (44), Zahnärztin aus Ludwigshafen
Mir hat das „Weimarer Forum“ super gefallen. Anspruchsvolle Vorträge, genügend Zeit für Gespräche mit Kolleginnen und auch noch ein sehr schönes Rahmenprogramm; da hat alles gestimmt. Ich würde gern wiederkommen, und ich werde den Kongress auch Kolleginnen empfehlen. Vielleicht ist das ja auch eine Möglichkeit, alte Kommilitoninnen mal wieder anzusprechen und sich mit ihnen hier zu treffen. Das fände ich einen reizvollen Gedanken. Vor allem diese offene, lockere Atmosphäre fand ich ausgesprochen angenehm. Bei anderen Fortbildungen melden sich immer die Männer ganz wichtig; hier traut man sich viel eher, mal was nachzufragen. Es wäre schön, wenn noch viel mehr Frauen kommen würden.

 

Anke-Christiane Hünerhoff (43), Zahnärztin aus Bielefeld
Ich habe mich in Weimar sehr wohl gefühlt. Der Austausch mit den Kolleginnen war intensiv, sehr natürlich und vor allem positiv. Da gab es tolle Gespräche, die auch sehr persönlich waren, weil Frauen nicht so lange drum herumreden. Es ist gut zu hören, dass andere die gleichen Probleme haben oder eben andere, aber dass halt nicht immer alles rund läuft. Männer erzählen da immer erst mal, wie toll alles ist. So ist das hier eben nicht. Spannend fand ich vor allem den Vortrag zum Thema „Burn-out“ – und davon habe ich eines mitgenommen: Die Vorfreude ist wichtig. Bei mir ist es die Vorfreude auf Weimar 2012.

 

Marie-Luise Hamburger (30), Zahnärztin aus Ranstadt (Hessen)
Ich fand die Idee, einen Kongress nur für Zahnärztinnen schon zu Beginn eine echte Sensation. Deshalb bin ich auch jetzt schon das dritte Mal dabei. Den Gedanken des Netzwerks werde ich weiterführen. Gemeinsam mit einigen Kolleginnen starten wir ein regionales Netzwerk in Hessen – die Idee dazu ist natürlich in Weimar geboren worden. Ich schätze das gemeinschaftliche Miteinander und das offene Gespräch sehr. Das ist ohne Angebergehabe, sondern immer einfach und ehrlich. Schade finde ich nur, dass es relativ wenige Frauen in meinem Alter sind, die sich Zeit für den Kongress nehmen, denn gerade für uns stehen ja wichtige Fragen wie die Niederlassung oder aber auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf an. Aber vielleicht ist es auch gerade die Familienphase oder die Niederlassung, die jüngere Zahnärztinnen keine Zeit finden lässt, das Forum zu besuchen.