Zahnärztinnen engagieren sich
ZoRA spendet für blinde Kinder
Für die Zahnärzteschaft kämpfen ist das eine – aber man kann auch etwas für die Kleinen und Benachteiligten tun. Zum Beispiel mit einer Geldspende an die Diesterwegschule für sehbehinderte und blinde Kinder in Weimar. Das Geld hatten die Zahnärztinnen von ZoRA gesammelt. Zur Übergabe organisierten sie einen Tag der Zahngesundheit, bei dem die Kinder spielerisch die Ernährung und ihre Zähne erforschen konnten.
„Ein Stück von unserem Glück und dem unserer gesunden Kinder geben wir gern an Andere weiter“, brachte eine Kollegin ihre Gedanken beim Weimarer Forum im September auf den Punkt. Das Kompetenz-Netzwerk ZoRA veranstaltete eine Tombola zugunsten blinder und sehbehinderter Kinder. Zahlreiche große und kleine Preise für Praxis und Beruf hatten Unterstützer der Idee ZoRA für die Verlosung gespendet. Der Erlös sollte einer Fördereinrichtung in Weimar zugutekommen: dem staatlichen überregionalen Förderzentrum Diesterwegschule mit dem Förderschwerpunkt Sehen in der Windmühlenstraße 17. Als Ganztagsfördereinrichtung für sehbehinderte und blinde Kinder aus ganz Thüringen ist sie zugleich Wohnheim und Zentrum für Unterricht, Förderung und Beratung.
Bei einer Geldzahlung allein sollte es aber nicht bleiben. ZoRA wollte zusammen mit dem Kinder- und Jugendzahnärztlichen Dienst Weimar und der Landesarbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege Thüringen e.V. die Übergabe mit einer sinnvollen Aktion verbinden. „Nur wer sich gesund ernährt, hat Kraft fürs Leben“, unter diesem Motto war es am 20. November dann so weit. Die Übergabe des ZoRA-Spendenschecks nahmen die Erzieher und Lehrer der Diesterwegschule zum Anlass, einen Gesundheitstag zu organisieren. Dank der vielen Helfer gab es für die Kinder entsprechend ihrer Fähigkeiten und ihres Alters vielseitige Möglichkeiten, die Zusammenhänge von Ernährung und Karies zu ergründen.
Während eine Gruppe anhand eines überdimensionalen Gebissmodells und einer riesigen Zahnbürste die effektivste Putztechnik erlernte, lauschten andere der Geschichte Vom Jörg, der Zahnweh hatte. Eine zweite Klasse mit zum Teil geistig behinderten Kindern stattete einer Zahnarztpraxis einen Besuch ab, um die Geheimnisse um Bohrer, Zange und Sauger zu lüften.
Höhepunkt des Tages aber war ein gemeinsames Frühstück. Die Kinder erfuhren am Inhalt ihrer mitgebrachten Brotbüchsen, was davon gesund ist und was eher nicht. Besonders spannend war für die blinden und sehschwachen Kinder, Getränke bezüglich Verpackung, Geschmack, Farbe und Inhaltsstoffen zu vergleichen.
Wie schmeckt eine frisch aufgeschnittene Ananas? Welche verschiedenen Salatarten gibt es? Wie sieht eine Zucchini aus? „Viele Kinder kennen Obst und Gemüse fast nur noch aus Dosen oder Konserven – für frische Lebensmittel fehlt den Eltern das Geld“, berichtete die Koordinatorin der Grundschule, Frau Meier. Man müsse sich im Klaren darüber sein, dass sich die Geschmacksnerven der Kinder an viele Dinge erst einmal gewöhnen müssen. Mit Stolz präsentierten die fleißigen Küchenhelfer ihren Mitschülern die zuvor in der Lehrküche der Schule selbst zubereiteten Brotgesichter und Obstspieße. Daran hatten alle ihre Freude und ließen es sich schmecken.
Wie wichtig es ist, sein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen, zeigt die Geschichte der roten Zora und ihrer Bande. Diese erhielten die Kinder auf DVD für ihren weiteren Weg, und die Schulleitung nahm den Scheck über 1000 Euro entgegen. Mit dem Geld soll das Schulprojekt „Lernen am anderen Ort“ finanziert werden. Große und kleine Erfolgserlebnisse, die gemachten Erfahrungen verarbeiten, das ist der Direktorin Frau Türpe für ihre Kinder besonders wichtig.
ZoRA und ihre Helfer konnten in eine andere Welt eintauchen, in der Kreativität und Fantasie wichtig sind. Und nicht nur die Schüler der Diesterwegschule haben an diesem Tag viel gelernt! Für die Kolleginnen des Netzwerkes ZoRA steht fest, auch beim zweiten Weimarer Forum vom 17. bis 19. September 2010 werden sie wieder eine Tombola veranstalten und sich engagieren.
Dr. Kerstin Blaschke
















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